„Vom Kirchenholzschuh
bis zum Holzrollschuh“

Erleben Sie die faszinierende Welt des Holzschuhs

Der Holzschuh von damals bis heute

Der älteste jemals in den Niederlanden gefundene Holzschuh wurde von Forschern auf die Zeit um 1250 datiert. Daraus können wir schließen, dass die Geschichte des Holzschuhs in den Niederlanden mindestens 1000 Jahre zurückreicht. Seit vielen Jahrhunderten trägt man Holzschuhe: billig, praktisch und langlebig. Außerdem gab es Holz im Überfluss.

Historische Ansichtskarte von der Holzschuhherstellung von Hand.

Leider landeten fast alle ausgedienten Holzschuhe als Brennholz im Ofen. Historische Funde sind daher Ausnahmefälle. In unserem Holzschuhmuseum auf der Zaanse Schans können Sie eine der größten und schönsten Sammlungen niederländischer Holzschuhe bestaunen.

Eine der größten und schönsten Holzschuhsammlungen der Niederlande.

Zwar wurde in anderen Ländern auch hölzernes Schuhwerk getragen, doch der komplett aus Holz gefertigte Schuh ist typisch holländisch. Jede Gegend in den Niederlanden hatte ihre eigenen Holschuhmacher mit ihren jeweils eigenen, charakteristischen Schuhformen. Ein Blick auf die Holzschuhe reichte, um zu wissen, woher jemand kam.

Holzschuhe waren Schuhe für draußen; schützend und schön warm an den Füßen. Vor der Tür wurden sie ausgezogen und ins Holzschuhregal gestellt. Die Verzierungen dienten daher auch oft der Unterscheidung. Zudem wurden die Holzschuhe speziell der jeweiligen Arbeit angepasst.

Jede Gegend in den Niederlanden hatte ihre Holzschuhmacher mit ihren eigenen charakteristischen Schuhformen.

Neben Holz wurde ab 1550 der Torf (getrockneter Moorboden) zum wichtigsten Brennstoff. Holzschuhe für Torfstecher wurden wegen des weichen Bodens in den Moorkolonien mit einer flachen, extrabreiten Sohle versehen, um ein Einsinken in den sumpfigen Untergrund zu verhindern. Unsere Sammlung enthält sogar ein Paar echte ‘Pferdeholzschuhe’, mit denen sich auch die Pferde im Torfmoor fortbewegen konnten.

Holzschuhe gaben Mensch und Tier festen Halt, wie der ‘Pferdeholzschuh’ und der ‘Eisholzschuh’ bezeugen.

Für die Verstärkung der Deiche mit Basaltblöcken wurden besonders robuste Steinsetzer- oder Deichbauerschuhe hergestellt. Im Winter wurden die Sohlen der Holzschuhe für besseren Halt auf dem glatten Eis mit Eisenspitzen beschlagen.

Auch für den Kirchgang hatte man spezielle „Sonntagsholzschuhe“. Zu Hochzeiten wurden vom angehenden Bräutigam besonders kunstvoll geschnitzte und verzierte Brautholzschuhe angefertigt, oft mit symbolischen Motiven wie Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese bekamen nach der Hochzeit meistens einen Platz in der guten Stube, da sie für den Alltagsgebrauch zu schade waren.

Oft wurden Holzschuhe kunstvoll bemalt oder beschnitzt.

Neben der Sammlung von Brautholzschuhen haben wir eine Vitrine mit hölzernem Schuhwerk aus allen Teilen der Welt, von den Pyrenäen bis Japan. Darüber hinaus finden Sie in unserem Museum eine Sammlung ausgefallener Modelle, zum Beispiel den Holzschuh mit Stöckelabsatz, den Holzrollschuh oder den Ajax-Amsterdam-Holzschuh.

Auch in der Kunst ist der Holzschuh eine Inspirationsquelle. Der niederländische Künstler Bas van Buuren beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Holzschuhprojekten. Einige besondere Kreationen aus seiner Hand sind in unserer Vitrine ausgestellt.

Der Diamantholzschuh ist ein ganz einzigartiges Ausstellungsstück im Holzschuhmuseum. Er ist ein Werk des bekannten Amsterdamer Künstlers und Goldschmieds Jan Roedema, der sich dazu von Damien Hirst und den organischen Formen des Holzschuhs inspirieren ließ.

‘The Diamond Clog’ ist im Holzschuhmuseum zu besichtigen.

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